MRT der Lendenwirbelsäule: Ablauf, Vorbereitung und was Sie wissen sollten

Sie wurden zu einem MRT der Lendenwirbelsäule überwiesen — und fragen sich jetzt, was genau auf Sie zukommt, was Sie mitbringen müssen und wie die Untersuchung abläuft. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen als Fachärztin für Radiologie, worauf es ankommt: von der Vorbereitung bis zur Befundung.

PD Dr. med. Bettina Baeßler erklärt: MRT der Lendenwirbelsäule — Ablauf & Vorbereitung

Warum wird ein MRT der Lendenwirbelsäule verordnet?

Die Lendenwirbelsäule (LWS) besteht aus fünf Wirbelkörpern (LWK 1 – LWK 5), zwischen denen jeweils eine Bandscheibe liegt. Durch den Wirbelkanal verlaufen Rückenmark und Nervenwurzeln, die bis in die Beine ziehen.

Ein Röntgenbild zeigt die Knochen gut — aber genau die Strukturen, die häufig Beschwerden verursachen, sind dort unsichtbar: Bandscheiben, Nerven, Weichteile und Entzündungen. Die MRT macht genau diese sichtbar. Sie wird deshalb eingesetzt bei:

    • Verdacht auf Bandscheibenvorfall oder Nervenwurzelkompression
    • Ausstrahlenden Schmerzen ins Bein (Ischialgie)
    • Verschleißerscheinungen an den Wirbelgelenken
    • Verdacht auf Entzündung oder Tumor
    • Kontrolle nach einer Wirbelsäulen-Operation

Was Sie zur Untersuchung mitbringen müssen

Muss dabei sein:

  • Überweisung Ihres Arztes
  • Versichertenkarte (bei gesetzlicher Versicherung)
  • Voraufnahmen: Wenn Sie frühere MRT-, CT- oder Röntgenaufnahmen der LWS haben, die woanders gemacht wurden, bringen Sie diese mit — als CD oder QR-Code. Der Vergleich mit alten Bildern ist für die Beurteilung oft entscheidend.
  • Medikamentenliste oder die Medikamente selbst
  • Allergiepass, falls vorhanden


Was Sie ablegen müssen:

Das MRT arbeitet mit einem starken Magnetfeld. Schlüssel, Handy und Kreditkarten (der Magnetstreifen kann beschädigt werden) müssen in der Umkleidekabine bleiben. Kleidung ohne Metallteile — keine Gürtelschnallen, keine Reißverschlüsse aus Metall, kein BH mit Bügeln — können Sie in der Regel anlassen.

Der Fragebogen:
Vor der Untersuchung füllen Sie einen Sicherheitsfragebogen aus. Dieser ist keine Bürokratie, sondern notwendig: Das Magnetfeld ist permanent aktiv. Metallimplantate, Herzschrittmacher oder Gelenkprothesen müssen geprüft werden — nicht weil sie automatisch ein Problem sind, sondern damit das Personal die Untersuchung entsprechend planen kann. Geben Sie auch an, wenn Sie schwanger sind oder Platzangst kennen.

Ablauf: Was Sie bei der Untersuchung erwartet

Sie legen sich auf den Rücken. Bei der LWS-MRT werden Ihre Knie erhöht gelagert — mit einer Rolle oder einem Kissen. Das ist kein Zufall: Die erhöhte Position entlastet die Lendenwirbelsäule, reduziert das Hohlkreuz und macht das Liegen auch bei bestehenden Rückenschmerzen erträglicher.

Sie bekommen eine Notfallklingel in die Hand — die können Sie jederzeit drücken, wenn Sie die Untersuchung unterbrechen möchten. Und Sie bekommen Gehörschutz, denn das MRT ist laut: klopfend, hämmernd, ratternde Geräusche in wechselnden Sequenzen. Das ist normal und bedeutet lediglich, dass eine neue Aufnahmeserie gestartet wird.

Die Liege fährt in die Röhre — bei der LWS in der Regel mit dem Kopf zuerst. Wenn Sie Platzangst haben, fragen Sie vorher, ob die Untersuchung auch „feet first“ (also mit den Beinen zuerst) möglich ist — bei der LWS geht das, und Ihr Kopf bleibt dann außerhalb der Röhre.

Wie lange dauert die MRT der LWS?
In der Regel 10 bis 15 Minuten. Der wichtigste Faktor für die Dauer: Je ruhiger Sie liegen, desto schneller ist die Untersuchung vorbei. Jede Bewegung macht die Bilder unscharf und erzwingt eine Wiederholung der Sequenz. Atmen Sie ruhig, schließen Sie die Augen, wenn Ihnen das hilft.

Kontrastmittel — fast immer nein

Bei einer MRT der Lendenwirbelsäule ist Kontrastmittel die Ausnahme, nicht die Regel. Es wird nur bei bestimmten Fragestellungen benötigt: Verdacht auf Entzündung, Infektion oder Tumor, bei bestimmten neurologischen Erkrankungen — und wenn Sie in den letzten sechs Monaten an der Wirbelsäule operiert wurden.

Wichtig: Diese Zusatzinformationen stehen oft nicht auf dem Überweisungsschein. Wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, sagen Sie das aktiv beim Vorgespräch — damit die Untersuchung von Anfang an richtig geplant wird.

Wenn Kontrastmittel nötig ist, wird eine dünne Nadel in eine Armvene gelegt. Sie spüren dabei manchmal ein kurzes Wärmegefühl. Das MRT-Kontrastmittel enthält kein Jod und ist sehr gut verträglich. Schwere Nebenwirkungen sind selten.

Was passiert nach der Untersuchung?

Direkt nach der Untersuchung sind Sie — sofern kein Beruhigungsmittel gegeben wurde — sofort wieder voll einsatzfähig. Falls Sie sediert wurden, gilt 24 Stunden kein Autofahren.

Wenn Kontrastmittel gegeben wurde, trinken Sie danach viel Wasser oder Tee, um es über die Nieren auszuscheiden.

Den Befund bekommen Sie nicht sofort: Die Auswertung der Bilder durch die Radiologin / den Radiologen nimmt Zeit in Anspruch. Der Befundbericht wird in der Regel an Ihren überweisenden Arzt übermittelt — und Sie vereinbaren dort einen Besprechungstermin. Planen Sie am Untersuchungstag also keinen engen Zeitplan.

Wenn Sie Ihren Befund nicht verstehen

Wenn Sie den Befund erhalten und nicht einordnen können, was Begriffe wie Bandscheibenprotrusion, Foramenstenose oder Osteochondrose bedeuten — das ist normal. Radiologische Befunde sind für Fachpersonal geschrieben, nicht für Patientinnen und Patienten.

Wenn Sie möchten, dass ich Ihren LWS-Befund fachkundig einordne und Ihnen erkläre, was er bedeutet und was die nächsten Schritte sein könnten: Ich biete eine radiologische Zweitmeinung an — unkompliziert, digital und mit persönlichem Gespräch.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.

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