Sie wurden zu einer MRT des Kopfes überwiesen. Vielleicht kennen Sie andere MRT-Untersuchungen bereits und denken: „Weiß ich, wie das geht.“ Aber eine Kopf-MRT ist anders — Ihr Kopf fährt als erstes in die Röhre, die Geräusche sind direkt neben Ihren Ohren, und es gibt ein paar spezifische Vorbereitungspunkte, die bei anderen MRTs keine Rolle spielen. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen als Fachärztin für Radiologie, worauf es ankommt — von der Vorbereitung bis zum Befund.
PD Dr. med. Bettina Baeßler erklärt: MRT des Kopfes — Ablauf & Vorbereitung
Die Computertomographie (CT) ist eine sehr gute Untersuchung — bei einer akuten Blutung im Kopf zum Beispiel ist sie unschlagbar: schnell, überall verfügbar, zeigt Blut sofort. Aber das Hirngewebe selbst, feinste Veränderungen darin, Tumoren, Entzündungsherde wie bei Multipler Sklerose, frühe Durchblutungsstörungen — das ist das Terrain der MRT. Sie zeigt Details, die in der CT unsichtbar bleiben. Und das ohne Strahlung.
Eine Kopf-MRT wird deshalb verordnet bei anhaltenden oder plötzlich veränderten Kopfschmerzen, bei Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, zur Abklärung oder Verlaufskontrolle bei Multipler Sklerose, bei Tumorverdacht, bei Gedächtnisproblemen — oder wenn eine CT bereits etwas gezeigt hat, das genauer untersucht werden muss.
Unbedingt dabei haben:
Stolperfalle 1: Schmuck. Alles im Kopf- und Halsbereich muss vollständig abgelegt werden — Ohrringe, Piercings, Halsketten, Haarspangen. Planen Sie das ein, damit es am Untersuchungstag keine Verzögerung gibt.
Stolperfalle 2: Make-up. Bestimmte Lidschatten, Foundations und Lippenstifte enthalten metallische Pigmente, die im Magnetfeld Wärme erzeugen können. Am besten kommen Sie ungeschminkt — oder bringen Sie Abschminkpads mit.
Stolperfalle 3: Hörgerät und Zahnprothese. Das Hörgerät muss vor der Untersuchung abgelegt werden. Das bedeutet: Sie hören Anweisungen über die Gegensprechanlage danach schlechter. Besprechen Sie den Ablauf deshalb beim Vorgespräch, solange das Hörgerät noch sitzt. Herausnehmbare Zahnprothesen bitte ebenfalls vorher herausnehmen. Feste Implantate, Kronen und Brücken bleiben drin — sie sind unbedenklich.
Das Magnetfeld des MRT ist permanent aktiv — auch nachts, auch wenn niemand untersucht wird. Metallteile im Körper können unter ungünstigen Umständen bewegt, erwärmt oder in ihrer Funktion gestört werden. Bei der Kopf-MRT gilt das in besonderem Maß, weil sich Ihr Kopf direkt im stärksten Teil des Magnetfeldes befindet.
Besonders relevant sind: Cochlea-Implantate, Aneurysma-Clips nach einer Gehirnoperation, Herzschrittmacher — und, für Handwerker und Schlosser wichtig: Metallsplitter im Auge. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Untersuchung nicht möglich ist. Aber es muss im Einzelfall geprüft werden. Bringen Sie Ihren Implantatausweis mit und lassen Sie im Fragebogen nichts weg.
Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft nicht ausschließen können: bitte aktiv ansprechen. Die MRT arbeitet ohne Röntgenstrahlung — dennoch wird sie in den ersten drei Monaten aus Vorsicht nur bei wirklich dringenden Fragestellungen eingesetzt, und Kontrastmittel sollte in der Schwangerschaft möglichst vermieden werden.
Auch Tätowierungen im Kopf- oder Halsbereich können im Fragebogen abgefragt werden — alte Tätowierfarben enthielten manchmal metallhaltige Pigmente. Moderne Tätowierungen sind in der Regel unbedenklich.
Und ein praktischer Tipp: Gehen Sie vor der Untersuchung nochmal zur Toilette. Die MRT dauert eine Weile, und Sie sollten ruhig liegen können.
Sie legen sich auf den Rücken. Eine Kopfspule wird um Ihren Kopf gelegt — stellen Sie sich das wie einen lockeren Helm vor, mit Öffnungen, durch die Sie sehen können. An vielen Geräten ist ein kleiner Spiegel befestigt, der Ihnen den Blick aus der Röhre heraus ermöglicht.
Bitten Sie nach Möglichkeit um diesen Spiegel. Laut Patientenberichten ist das eine der wirksamsten Maßnahmen gegen das Gefühl von Enge — und viele wissen gar nicht, dass es ihn gibt. Alternativ hilft es, die Augen einfach zu schließen und sich auf die Atmung zu konzentrieren.
Sie bekommen eine Notfallklingel in die Hand — die können Sie jederzeit drücken, wenn Sie die Untersuchung unterbrechen möchten. Außerdem erhalten Sie Gehörschutz, denn die MRT ist laut. Sehr laut. Beim Kopf-MRT befinden sich Ihre Ohren direkt neben der Röhrenwand — die Geräusche wirken deshalb besonders unmittelbar.
Die Liege fährt kopfzuerst in die Röhre. Ihr Gesicht befindet sich dann in der Röhre, der Rest des Körpers bleibt weitgehend außerhalb. Wenn Ihnen die Enge Sorgen macht: Sprechen Sie das vorher an. Es gibt Möglichkeiten — Musik über die Kopfhörer, eine Begleitperson im Raum, und wenn nötig ein leichtes Beruhigungsmittel. In diesem Fall brauchen Sie eine Begleitperson, die Sie nach Hause fährt, da Sie 24 Stunden lang nicht selbst fahren dürfen.
Während der Untersuchung ist es wichtig, ruhig liegenzubleiben. Das Gehirn besteht aus extrem feinen Strukturen — bereits kleine Bewegungen können die Bilder unscharf machen und eine Sequenz muss wiederholt werden. Atmen Sie ruhig und gleichmäßig.
Wie lange dauert eine Kopf-MRT? In der Regel 10 bis 15 Minuten, mit Kontrastmittel etwa 20 Minuten. Planen Sie für den gesamten Aufenthalt in der Praxis — Anmeldung, Vorbereitung, Untersuchung, Nachbeobachtung — etwa eine Stunde ein, mit Kontrastmittel 90 Minuten bis 2 Stunden.
Bei der Kopf-MRT wird Kontrastmittel häufiger eingesetzt als bei anderen MRT-Untersuchungen. Bei Tumorverdacht, bei Multipler Sklerose, bei Entzündungen oder bei der Suche nach Metastasen ist es oft unverzichtbar — manche Veränderungen werden erst mit Kontrastmittel richtig sichtbar.
Das MRT-Kontrastmittel enthält kein Jod. Das bedeutet: Eine bekannte Unverträglichkeit auf CT-Kontrastmittel ist bei der MRT kein Problem. Auch Metformin muss beim MRT-Kontrastmittel nicht abgesetzt werden. Wenn Ihnen ein Kontrastmittel gegeben wird, spüren Sie manchmal ein kurzes Wärmegefühl — das ist normal und klingt schnell ab.
Trinken Sie nach der Untersuchung viel Wasser oder Tee, um das Kontrastmittel über die Nieren auszuscheiden — außer bei bekannter Herzinsuffizienz, dann besprechen Sie das vorher mit Ihrem Arzt.
Direkt nach der Untersuchung sind Sie wieder voll einsatzfähig — außer Sie haben ein Beruhigungs- oder Allergieprophylaxe-Medikament erhalten, dann gilt: 24 Stunden kein Autofahren.
Den Befund bekommen Sie nicht sofort. Die Auswertung der Bilder — oft Hunderte bis Tausende Einzelaufnahmen — nimmt Zeit in Anspruch. Der schriftliche Bericht wird in der Regel direkt an Ihren überweisenden Arzt geschickt, und Sie vereinbaren dort einen Besprechungstermin. Das ist die bessere Variante: Ihr Arzt kennt Ihre Vorgeschichte, Ihre Beschwerden und kann die Bilder im Kontext Ihrer gesamten Situation einordnen.
Wenn Sie nach dem Arztgespräch noch Fragen haben (oder gar kein Arztgespräch stattgefunden hat…) oder das Gefühl, dass Ihr Befund nicht vollständig erklärt wurde — ich biete eine radiologische Zweitmeinung an. Digital, persönlich, fachkundig.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.
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